Geschichte Autor: Jürgen Siegesmund
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Schreufa

Ich Gozmar übergebe in Gottes Namen

dem heiligen Bonifatius, dessen geweihter Leichnam im Kloster Fulda ruht, wo der ehrwürdige Mann Hatto, der Abt, als milder Hirte über der Schar der Mönche waltet, mit dem Willen, daß die Übertragung in alle Zukunft gelten soll, was ich an Eigentum habe, in dem Gau, den die Hessen bewohnen." Mit diesen Worten beginnt die Urkunde aus dem Jahre 850 in der "Scroufi", wie Schreufa damals hieß, erstmals urkundlich erwähnt wurde. In der gleichen Urkunde folgt die Auflistung weiterer Dörfer. Neben Schreufa sind das der direkte Nachbarort Viermünden und ganz in der Nähe der Allendorfer Ortsteil Haine. Weiterhin werden in der Urkunde die Orte Affoldern, Gleichen, Buhlen und Mehlen genannt Zwar geben solche ersten urkundlichen Nennungen, keine Auskunft über das wirkliche Alter einer Siedlung oder eines Ortes, sondern sind lediglich ein erstes Indiz seiner Existenz. Dies kann sich bei fortschreitender Geschichtsforschung immer mal wieder ändern. Wie alt Schreufa, das zu den ältesten Orten des Frankenberger Landes gehört, wirklich ist, kann also nicht näher belegt werden. Die Anfänge des Dorfes Schreufa liegen nicht dort, wo sich der heutige Ort befindet, sondern nahe des Einmündungsbereiches der Nuhne in die Eder. Niederschreufa, wie das ursprüngliche Schreufa hieß, wurde während des 30jährigen Krieges wüst. Die Besitzverhältnisse über den kleinen Ort Schreufa, der noch im 16. Jahrhundert nur wenig mehr als 50 Einwohner zählte, wechselten sehr oft. So wird das Dorf 1016 mit all seinen Hörigen verschenkt, wie eine weitere Urkunde belegt. Es war der Bischof Burkhard I. von Worms der das Dorf dem St. Marienkloster Nonnenmünster vermachte. Nicht alle Urkunden sind bekannt. Aber schon rund 90 Jahre später nach der eben genannten Schenkung taucht Schreufa 1107 erneut in einer Schenkungsurkunde auf. Später wurde der Ort zu einem Filial von Geismar bevor er schließlich in ein etwas ruhigeres Fahrwasser kam, zumindest was die Besitzverhältnisse anbetrifft. Es war die Zeit, als der Ort mit in das Eigentum des Gerichtes Viermünden einging. Über Jahrhunderte hinweg war damit die Schreufaer Geschichte eng mit der von Viermünden verbunden. Erneut änderten sich die Besitzverhältnisse 1588, als der Landgraf die erste Hälfte des Gerichts an sich zog. Endgültig ging das Gericht Viermünden und mit ihm Schreufa an den Hessischen Landgrafen im Jahre 1754 über. Durch das Organisationsedikt von 1821 durch Kurfürst Wilhelm II. mit dem der Kreis Frankenberg entstanden ist, erfolgte schließlich die Trennung von Justiz und Verwaltung. Das Gericht Viermünden und somit auch Schreufa ging im Justizamt Frankenberg auf. Zu dieser zeit zählt Schreufa bereits schon rund 340 Einwohner. Heute sind es rund 1200 Einwohner Im Zuge der Gebietsreform gibt Schreufa mit Wirkung vom 1. Januar 1971 seine Selbstständigkeit auf und wird ein Stadtteil von Frankenberg. Zu den weiteren größeren Schreufaer Ereignissen sei hier noch der Bau der Kirche in 1690 als Nachfolgebau der 1590 errichteten Schreufaer Kapelle ebenso genannt, wie der Bau der Straße von Schreufa nach Sachsenberg durch das Nuhnetal in den Jahren 1846 bis 1849, die bis dahin über die Höhe in Richtung Viermünden und erst dann nach Sachsenberg führte und schließlich der große Brand von 1850, bei dem.12 Häuser ein Raub der Flammen wurden. Autor: Jürgen Siegesmund